Zu viel im Kopf beim Sex – mentale Blockaden verstehen
- M O
- 12. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Ein Thema, das fast jede Frau kennt: Beim Sex im Kopf sein. Und dieser Kopf ist erstaunlich kreativ.
Gedanken wie:
Habe ich die Wäsche gemacht?
Habe ich den Geschirrspüler angestellt?
Wie sehe ich gerade aus?
Mache ich das richtig?
Alles mögliche läuft durch den Kopf.
Nur nicht das, was gerade passiert:
Blicke
Berührung
Körperwärme
Gerüche
Nähe
Der Körper ist im Bett. Der Kopf ist überall.
Wo diese mentalen Blockaden entstehen
Mentale Blockaden entstehen selten im Schlafzimmer.
Sie entstehen oft viel früher:
in der Kindheit
durch Erziehung
durch gesellschaftliche Erwartungen
durch Scham rund um Sexualität
Viele Frauen haben nie gelernt, dass Sexualität etwas Natürliches sein darf.
Stattdessen entstehen früh Bilder von:
„so gehört sich das“
„darüber spricht man nicht“
„das ist peinlich“
Diese Prägungen bleiben oft bis ins Erwachsenenalter bestehen.
Wenn das Nervensystem dauerhaft im Kopf lebt
Wenn der Kopf ständig arbeitet, kann das Nervensystem irgendwann glauben:
Das ist normal.
Oder sogar: Das ist sicher.
Dann wird Anspannung zum Dauerzustand.
Ich beobachte das manchmal sogar in ganz einfachen Situationen. Zum Beispiel im Nagelstudio oder beim Friseur. Viele Frauen sitzen dort – und sind komplett im Handy.
Dabei findet gerade etwas statt, das eigentlich angenehm sein könnte: eine Handmassage, eine Kopfmassage, Berührung.
Doch der Körper wird kaum wahrgenommen.
Und genau so konditionieren viele Menschen ihr Nervensystem: Berührung wird nicht als Genuss gespeichert – sondern als etwas Nebensächliches.
Der Moment, in dem Frauen den Unterschied spüren
In meiner Arbeit gibt es oft einen Moment, der für viele Frauen überraschend ist.
Wenn sie zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich loslassen. Wenn der Kopf ruhig wird.
Und plötzlich merken sie:
So fühlt sich Entspannung eigentlich an.
Erst in diesem Moment wird sichtbar, wie sehr sie vorher unter Daueranspannung standen.
Dieser Vergleich ist oft der Anfang von Veränderung.
Wenn du merkst, dass du beim Sex ständig im Kopf bist oder Schwierigkeiten hast, dich fallen zu lassen, kann Sexualtherapie helfen, diese Verbindung zum Körper wieder aufzubauen.
Margarita Ostrovskih


